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Das Rätsel der Riesenschildkröte von Santa Fe

Im Jahr 1969, nach wochenlangen unerbittlichen Regenfällen auf der Insel Santa Fe, grub die Erosion tiefe Rinnen in den Boden und legte einen bemerkenswerten Fund frei. Während er Falken beobachtete, entdeckte Tjitte de Vries – der erste ansässige Wissenschaftler der Charles Darwin Research Station – einen kleinen, perfekt erhaltenen Schildkrötenschädel zwischen dem ausgewaschenen Kies. Er brachte ihn vorsichtig zur Station zurück, wo er und der damalige Direktor Roger Perry erkannten, dass er möglicherweise zu der längst ausgestorbenen Riesenschildkröte von Santa Fe gehörte.

 

Historische Aufzeichnungen und Skelettreste, die während der Expedition der California Academy of Sciences von 1905 bis 1906 gesammelt wurden, bestätigen, dass einst eine endemische Riesenschildkröte auf Santa Fe lebte. Bis zu diesem regnerischen Tag im Jahr 1969 war jedoch noch nie ein Schädel gefunden worden. DNA-Analysen zeigten später, dass sich die Santa-Fe-Schildkröte genetisch von den Schildkröten auf anderen Inseln unterschied. Die Art verschwand wahrscheinlich im späten 19. Jahrhundert, als Walfänger lebende Schildkröten als Nahrungsquelle für lange Reisen an Bord ihrer Schiffe nahmen.

 

Beschriftung des Schildkrötenschädels in Naturhistorischer Sammlung der CDF
Beschriftung des Schildkrötenschädels in Naturhistorischer Sammlung der CDF

Hoffen auf eine Sensation

Heute wird der Schädel in den Naturhistorischen Sammlung der Charles Darwin Foundation aufbewahrt. Wissenschaftler führen derzeit Isotopenuntersuchungen durch, um sein Alter zu bestimmen. Da die Atomwaffentests Mitte des 20. Jahrhunderts in allen Lebewesen nachweisbare radioaktive Spuren hinterlassen haben, würde das Fehlen dieser Isotope bestätigen, dass der Schädel aus der Zeit vor dieser Ära stammt – und tatsächlich zur ursprünglichen Santa-Fe-Art gehört.

 

Wenn sich dies bestätigt, wäre dieses Exemplar der vollständigste Fund einer ausgestorbenen Santa-Fe-Riesenschildkröte, der jemals gemacht wurde. Dies würde nicht nur ein wichtiges Kapitel der Geschichte der Galápagos-Inseln neu schreiben, sondern könnte auch wichtige Informationen für das genaue Aussehen der Art liefern und unser Verständnis der Evolution der Riesenschildkröten vertiefen.

Fernanda - einzige überlebende Fernandina Riesenschildkröte  - Foto: Lucas Bustamante/GC
Fernanda - einzige überlebende Fernandina Riesenschildkröte - Foto: Lucas Bustamante/GC

Wenn sich dies bestätigt, wäre dieses Exemplar der vollständigste Fund einer ausgestorbenen Santa-Fe-Riesenschildkröte, der jemals gemacht wurde. Dies würde nicht nur ein wichtiges Kapitel der Geschichte der Galápagos-Inseln neu schreiben, sondern könnte auch wichtige Informationen für die formale Beschreibung der Art liefern und unser Verständnis der Evolution der Riesenschildkröten vertiefen.

 

Diese Entdeckung erinnert uns daran, wie fragil Inselökosysteme sind – und wie wissenschaftliche Forschung weiterhin verlorene Geschichten aufdeckt, die die Naturschutzbemühungen für die Zukunft stärken.