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Fahndungsfotos von Galápagos-Pinguinen helfen den Zustand des Archipels zu beurteilen

Sie sind zweifelsohne die exotischsten Vertreter ihrer Art. Bloss einen halben Meter hoch und nur 2 Kilogramm schwer, sind die Galapagos-Pinguine die einzigen, die nördlich des Äquators leben. Innerhalb des lokalen Ökosystems fungieren sie als wichtige Botschafter, weshalb ihre Überwachung von zentraler Bedeutung ist. Diese gestaltet sich jedoch nicht ganz so leicht.

 

Um ein Gebiet zu schützen, bedarf es unter anderem einer soliden Datenbasis, aufgrund derer Bedrohungen nachgewiesen werden können. Schnell stellt sich in der Forschung daher die Frage nach für die Bewertung geeigneter Individuen. Im Galapagos-Archipel nehmen diese Rolle die Pinguine ein, von denen es schätzungsweise nur noch zwischen 2000 und 3000 Exemplaren gibt. Ihre geringe Anzahl und vor allem ihre Anfälligkeit auf Veränderungen machen sie zur idealen Referenz.

 

Besenderter und markierter Galápagos Pinguin - Foto: Daniel Unda
Besenderter und markierter Galápagos Pinguin - Foto: Daniel Unda

Technologische Hilfsmittel verbessern studienergebnisse

Für gewöhnlich werden Pinguinen kleine Chips unter die Haut gepflanzt, um sie darüber zu identifizieren und ihre Wanderungen nachzuvollziehen. Da es sich dabei jedoch um einen physischen Eingriff handelt, wird bei der Populationsüberwachung ergänzend auf Fotoidentifikation gesetzt. Dabei scannen Softwares die einzigartigen Fleckenmuster auf den Bäuchen der Tiere, wodurch sich das Stresslevel im Vergleich zum Einsetzen eines Chips erheblich reduziert.

 

Allerdings sind die Ergebnisse der technologischen Hilfsmittel oftmals ungenau, vor allem bei einem Zeitraum von über einem Jahr zwischen Erst- und Zweiterfassung. Innerhalb desselben Jahres und mithilfe ergänzender Informationen bezüglich Geschlecht und Kolonie erhöht sich die Trefferquote jedoch auf bis zu 82%. Diese Art der Überwachung wird daher als ergänzende Methode verwendet, um die Gesundheit der Pinguine zu erfassen. ie Notwendigkeit, die Interaktionen zwischen Menschen und Seelöwen zu begrenzen und die Verfügbarkeit ungestörter Ruhezonen für die Tiere sicherzustellen.

Ein Galápagos Pinguin in seinem Element  - Foto: Carlos Espinoza/CDF
Ein Galápagos Pinguin in seinem Element - Foto: Carlos Espinoza/CDF

An dieser lassen sich vielerlei Aspekte des Zustands der Umwelt ablesen. So weist ein Rückgang an Nistplätzen beispielsweise darauf hin, dass sich invasive Arten, die die Nester plündern, stärker ausbreiten. Ein ähnlicher Zusammenhang besteht auch zwischen der Anzahl Jungtiere und der Intaktheit kühler Lavahöhlen, die massgeblich für den Bruterfolg verantwortlich sind.

 

Galapagos-Pinguine gelten daher als Bioindikator, weshalb ihr Schutz essentiell für die Forschung und Zustandsbewertung des gesamten Archipels ist. Helfen Sie uns diese Tiere weiterhin zu schützen.

 

 

Alexander Hornstein