Ein ausverkauftes Kino im Naturhistorischen Museum der Universität Zürich bildete den stimmungsvollen Rahmen für die Vorführung des Dokumentarfilms Her Shark Story. Bis auf den letzten Platz besetzt, verfolgte das Publikum einen Film, der weit mehr ist als eine klassische Naturdokumentation: Er verbindet wissenschaftliche Forschung, eindrückliche Bilder der Galápagos-Unterwasserwelt und eine sehr persönliche Geschichte über Verantwortung, Vertrauen und den Schutz eines bedrohten Giganten der Meere – des Walhais.
Der Film begleitet Sofia bei ihrer Arbeit auf See: beim Markieren der Tiere, bei Beobachtungen unter Wasser und bei der mühsamen Datensammlung, die oft Geduld, körperliche Ausdauer und Durchhaltewillen erfordert. Die Kamera bleibt dabei stets nah an der Protagonistin, und zeigt ihre wissenschaftliche Arbeit – geprägt von langen Tagen, Unsicherheiten und der ständigen Abhängigkeit von Wetter, Strömungen und den Tieren selbst. Her Shark Story zeigt eindrücklich, wie wenig wir trotz jahrzehntelanger Forschung über die Wanderungen, Fortpflanzung und das Verhalten der Walhaie wissen – und wie dringend Schutzmassnahmen notwendig sind.
Eine zweite Erzählebene des Films ist die Beziehung zwischen Sofia und ihrem Vater, dem Geologen und Meeresforscher Jonathan Green. Gemeinsame Expeditionen auf dem Forschungsschiff werden zur Gelegenheit, eine über Jahre distanzierte Beziehung neu zu betrachten. Alte Verletzungen, unterschiedliche Lebensentscheidungen und unausgesprochene Erwartungen treten zutage, ohne je den Fokus vom eigentlichen Thema – dem Schutz der Meere – abzulenken. Gerade diese persönliche Dimension verleiht dem Film Tiefe und macht ihn für ein breites Publikum zugänglich.
Visuell überzeugt Her Shark Story mit ruhigen, eindrücklichen Unterwasseraufnahmen aus dem Galápagos-Meeresreservat. Die Bilder zeigen Walhaie nicht als Sensation, sondern als selbstverständlichen Teil eines komplexen Ökosystems. Gleichzeitig wird deutlich, wie fragil dieses Gleichgewicht ist: Klimaveränderungen, zunehmender Schiffsverkehr und menschliche Eingriffe bedrohen selbst abgelegene Regionen wie die Galápagos-Inseln.
Das Publikum im Naturhistorischen Museum Zürich reagierte spürbar bewegt. Der Film wurde als authentisch, berührend und informativ wahrgenommen. Besonders geschätzt wurde die zurückhaltende Erzählweise, die Raum für eigene Gedanken lässt und nicht mit erhobenem Zeigefinger arbeitet, sondern durch Nähe und Verständnis überzeugt.
Beim anschliessenden Apero riche setzten sich viele Gespräche fort. Eindrücke aus dem Film, persönliche Galápagos-Erfahrungen und Fragen zum Meeresschutz wurden angeregt diskutiert. Der Abend bot Raum für Austausch und Vertiefung.
Ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit dem Filmthema war die grosszügige Spendenbereitschaft des Publikums. Dank zwei grosszügigen Einzelspenden konnte ein Betrag von 5‘700 Franken für das Walhai-Projekt gesammelt werden. Damit wurde aus einem berührenden Filmerlebnis auch ganz konkret Unterstützung für den Schutz dieser aussergewöhnlichen Tiere.
Veronika Huebl
